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Passion Jagdreiten

Sehr geehrte Kunden, liebe Jagdreiter,

als begeisterte Jagdreiterin und Inhaber von www.jagdreiter-shop.de m?chte ich hiermit eine kleine Sammlung von literarischen Texten zur Jagdreiterei anbieten. Es ist vorgesehen, die Sammlung stetig zu erweitern. Wenn Sie selbst mit Beitr?gen mitwirken wollen, k?nnen Sie mir diese gerne per E-Mail zusenden. Viel Spa? beim Schm?kern, mfg, Sigrid Axthelm





>> Prosaisches zum Jagdreiten

Und wenn du alle K?nste der Dressur beherrschst und h?ttest nie die H?rner klingen h?ren zur Anjagd, dann verrinnt all deine Kunst tot im Sande.

Und wenn du ein Meister w?rest der Hohen Schule und h?ttest nicht Lust am frisch fr?hlichen Jagen hinter der Meute, dann w?re deine Meisterschaft ein kraftloser Schatten.

Und wenn du alle reiterliche Weisheit der Erdenv?lker in deinem Hirne gespeichert h?ttest und h?ttest nie nach einem hei?en, k?hnen Jagdritte gr?nen Bruch empfangen, dann w?re deine ganze Weisheit eitel St?ckwerk.

Und wenn du dich kleidetest in die kostbarsten Stoffe der Erde und h?ttest nie den roten Rock des Jagdreiters um deinen Leib gezogen, dann zerst?ubt der anderen Gew?nder Pracht wie Spreu vor dem Winde.

Und wenn du alle Lust dieser Welt bis zur Neige genossen h?ttest und kenntest nicht das Herrengef?hl auf dem tapferen Pferde im Jagdfelde zu liegen, dann w?re deine Lust ein Nichts gewesen.

Und wenn du Ehre, Macht, Reichtum, Wissen und Kunst dein eigen nenntest und w?rest nie mit jauchzendem Herzen im roten Kleide ?ber deiner Heimat Scholle dahingeflogen, wahrlich, dann w?rest du ein armer Bettler.

>> Stil-, Geschmack- und Bekleidungsfragen

Graf C.G. Wrangel, 1920

Deren Beobachtung den Neuling vor dem Spott der meist sehr boshaften Reitergilde sch?tzen, d?rften meinen Lesern willkommen sein. Ich lasse dieselben deshalb hier einflie?en.

Mit den f?r die Ausr?stung des Pferdes geltenden Regeln beginnend kann ich nicht nachdr?cklich genug betonen, dass jeder noch so unbedeutende Flitter und Zierrat den Reiter in den Augen des Fachmannes l?cherlich macht. Es streitet also gegen den guten Geschmack, allerhand Bandwerk und Aufputz an dem Zaum anzubringen, auf einem gesteppten Sattel zu reiten, bunte oder gar mit Stickereien versehene Satteldecken aufzulegen, zum zivilen Reitzeug milit?rische Ausr?stungsgegenst?nde zu gebrauchen usw. Das Reitzeug des zivilen Reiters kann nur, wenn es in allen Einzelheiten den Beweis liefert, dass es aus einer guten Werkstatt hervorgegangen und fachm?nnisch behandelt wird, korrekt genannt werden.

Das einzige was an dem Sattelzeug gl?nzen darf, ist das Gebiss und die B?gel. Der Zaum bestehe aus braunem, ziemlich breit geschnittenem Leder. Die Stangen und Trensenz?gel haben nunmehr meistens dieselbe Breite. Der Sattel, wenn m?glich, mit Passiers Marke. Eine Sattelunterlage ist nicht unbedingt notwendig, wird aber eine solche ben?tzt, so soll dieselbe aus Leder wie bereits erw?hnt, oder, aus Filz bestehen. Bunte Sattelgurte sind verp?nt. Die Steigb?gel sind leicht, aus plattiertem Stahl oder nickelgeschmiedet. Wann und wie der Sprungriemen benutzt wird, ist im vorstehenden bereits ausf?hrlich beschrieben worden, die meist schonungslose Kritik des Fachmannes herausfordert.

In Betreff der Kleidung werden seitens der Sonntagsreiter vielfach ungemein komische Missgriffe begangen. Meistens rekrutieren dieselben aus der kindischen Sucht, auch zu Fu?, ja vor allem zu Fu?, den kecken Reitermann herauszukehren. In England, wo nahezu f?r jeden Sport eine eigene Tracht vorgeschrieben ist, unterscheidet man scharf zwischen der f?r den Reitgebrauch in der Stadt und der f?rs Reiten auf dem Land passenden Kleidung. Darin haben die Engl?nder auch vollkommen recht. Wir passen uns diesen Vorschriften heute mehr und mehr an.

12.02.04

?ber die Frisur und den Hut noch ein Wort. Die Frisur ist so einfach und fest wie m?glich unter einem Netz zu halten. Unterlagen lasse man weg, ebenfalls alle Locken und L?ckchen, m?gen Sie auch noch so niedlich kleiden. Die Dame, die sich noch nicht ihres Haarschmuckes beraubt und sich einen Bubikopf hat schneiden lassen, verf?hrt am praktischsten so, dass sie von Stirn bis Nacken das Haar in zwei H?lften teilt und dann zwei Z?pfe flicht, indem sie links beginnend zwei Finger breit vom Nacken nach rechts und danach rechts ebenfalls zwei Finger breit nach links flicht. Darauf wird der rechte Zopf flach und fest nach links, der Linke nach rechts gelegt und festgesteckt. ?ber das ganze ein starkes Haarnetz, das mit den letzten Nadeln befestigt wird.

Der Hut ist f?r offizielle Gelegenheit der Zylinder, in allen anderen F?llen der "Melon". Rein stilgerecht ist der runde Hut, wenn er einen schmalen , hochgezogenen Rand hat, dieser ist aber bei Ritten im Gel?nde und auf dem Lande unpraktisch, denn er sch?tzt die Augen besonders im Fr?hling und Herbst bei schr?g stehender Sonne nicht, die Dame w?hle also zum Reiten im Gel?nde einen Hut mit breiter, flacher Krempe, nicht weil das zur Zeit Mode ist, sondern weil er in der Tat sehr viel praktischer ist. Der Hut hat hinten ein Gummiband zur Befestigung um den Haarknoten; er hat ferner ein Gummiband, das unter gew?hnlichen Verh?ltnissen innen hineingelegt wird, bei Wind oder beabsichtigten Ritten in dauernd sch?rferer Gangart unter das Kinn gelegt wird.

>> Beobachtungen der Jagreitergesellschaft

Sigrid Axthelm, 2004

Grunds?tzlich haben die Regeln des begonnenen letzen Jahrhunderts auch heute noch Geltung. Zweckm??igkeit, heute erg?nzt durch den Faktor Sicherheit, gepaart mit hoher handwerklicher Qualit?t sind das Kriterium bei der Wahl der Pferdeausr?stung. Jeder modische Schnickschnack wie Fellunterlagen und Strasssteine am Zaum, Modefarben wie hellblau, lila, pink als Sattelunterlage oder Beinschutz outen den Benutzer als nicht standesgem??. Pers?nliche Wappen und Namen auf Schabracken beeindrucken garantiert nicht, Meuten- und Vereinslogos sind nat?rlich ausgeschlossen. Ebenso lassen jede ?bertriebene Ausr?stung aus einer der vielf?ltigen und heute t?glich neu/wieder entdeckten Reitstile nicht den routinierten Jagdreiter oder Jagdreiterin erkennen.

Stil kann man nicht kaufen und steht grunds?tzlich nicht im Zusammenhang mit viel oder wenig Geldbesitz . Manche sagen Stil hat man, das trifft dort m?glicherweise zu, wo dies schon ?ber Generationen weitergegeben wurde. Ich w?rde sagen, Stil kann Mann oder Frau sich erarbeiten oder "abbeobachten". Wesentliche Grunds?tze hier sind: Unaufdringlichkeit, Bescheidenheit, Langfristigkeit oder das heutige Neuwort Nachhaltigkeit. Das hei?t konkret bez?glich der Ausr?stung, das langj?hrig Gepflegte, Hochwertige und Bew?hrte? bertrifft alles neu Erstandene.

Ich denke diese Definition trifft nicht schlecht, auch wenn es um den Stil des Reitens geht oder den Umgang mit meinem Pferd, meinen befreundeten Mitreitern, den Jagdneulingen, den Nichtreitern.

12.02.04

Zum Thema Kopfbedeckung:

Aufgrund unserer heute umfangreichen versicherungs-technischen Anforderungen sollte man zu Ehren des Veranstalters und Ausrichters der Jagd w?hrend des Ritts unbedingt eine der Vorschriften gen?genden Reithelm tragen. Denn auch bei allen erkl?rten Haftungsausschl?ssen kann, vor allem bei gro?en Sch?den, von den Versicherungen auf den Veranstalter zur?ckgegriffen werden.

Zu besonderen Anl?ssen wie Schauschleppen, Amazonen-jagden, Herrenjagden, Geburtstagsjagden oder Jubil?en ergibt es ein sch?nes Bild, wenn man zum Einreiten und der Begr??ung Zylinder oder Melone tr?gt und beim Abritt den Tausch zur Sturzkappe unmerklich vornimmt.

Ansonsten gilt die Regel:

Ausdruck der Pers?nlichkeit ist durchaus erw?nscht: wenn es zum Rahmen passt, den Stand des reiterlichen K?nnens ber?cksichtigt, die Stellung in der jagdreiterlichen Gesellschaft ber?cksichtigt und nicht ?bertrieben herbeigef?hrt wird.

Im Norden und nord?stlichen Deutschland hat das Jagdreiten durch Adel und Milit?r eine lange Tradition und das Jagdreiten mit Zylinder oder Hut ist dort nicht ungew?hnlich. Die Freiheit mit nicht vorschriftsm??iger Kopfbedeckung im Jagdfeld zu reiten, sollte sich aber nur der absolut sichere Reiter mit zuverl?ssigem, erfahrenem Pferd nehmen. Im s?dlichen Deutschland hat das Jagdreiten traditionell Einfl?sse aus Tschechien, ?sterreich oder Ungarn, deshalb empfinde ich auf entsprechenden Veranstaltungen auch etwas dezent verspieltere Aufmachungen mit Dreispitz, polnischem Melon (etwas breitere Krempe) Goldlitze, Jabot oder Armstulpen aus Samt durchaus passend.

Im mittleren und westlichen, ehemals recht adellosen Teil von Deutschland, ist das Jagdreiten eher b?uerlichen Ursprungs, sonntags wurde zur Entspannung der Arbeitspferde und Ihren Besitzern zur Reitjagd oder eher zur Fuchs- oder Schnitzeljagd geblasen. Folglich ist dort eher schlichtes und zweckm??iges angebracht.

Dieses Produkt haben wir am Montag, 20. Februar 2017 in unseren Katalog aufgenommen.
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