Pressemitteilung
Schleppjagd am 12.09.2009 in Brochterbeck
Im Tecklenburger und im Ibbenbürener Land gehören Pferde zum Leben
einfach dazu. Eine Vielzahl von Reiterhöfen und Reitvereinen bietet den
reitsportbegeisterten Westfalen ein sportliches Zuhause.
Weltmeister und Olympiasieger haben sich hier angesiedelt und bestreiten
von hier aus Turniere in aller Welt.
Die älteste Forme der Reiterei, die Jagd auf dem Pferde hinter den
Hunden findet regional allerdings so gut wie (noch) nicht statt.
Seit der Mensch Hunde domestiziert hat, nutzte er
sie zum Jagen, seit er das Pferd gezähmt hat, nutzte er es als
Transportmittel auf der Suche nach Nahrung. Jagen hinter Hunden war
zunächst Notwendigkeit, später Zeitvertreib für Kaiser und Könige und
ihre Edelinge. Wenn an einem Jagdtag im Herbst die roten Röcke der
Reiter durch den Nebel leuchten, das Dröhnen der Pferdehufe und das
Geläut der Hundemeute zu hören sind,
dann werden Bilder aus vergangenen Jahrhunderten wieder lebendig. Rund
10000 Reiter sind heute in Deutschland als bekennende Jagdreiter ein-
bis zweimal wöchentlich hinter den Hunden von 23 Meuten unterwegs, die
der Deutschen Schleppjagdvereinigung im Deutschen Reiter- und
Fahrer-Verband angeschlossen sind.
Die Schleppjagd in Deutschland verläuft gänzlich unblutig. Jagen auf
lebendes Wild ist bereits seit den 30er Jahren gesetzlich verboten und
wurde in unserer Kulturlandschaft auch zuvor so gut wie niemals
betrieben. Stattdessen laufen die Hunde auf einer künstlichen Fährte,
dem "Scent", und werden am Ende mit einem Stück Pansen bei der
feierlichen "Curée" nach dem "Halali" belohnt. Die Schleppe wurde früher
gelegt mit Hilfe eines in Fuchslosung getränkten Schwammes oder einer
mit einem Balg gefüllten Drahtkugel, die der Schleppenleger zu Pferd an
einer Schnur hinter sich herzog. Heute hat der Schleppenleger einen
Tropfkanister am Sattel festgeschnallt und legt so die Fährten im
Gelände. Je naturnaher das gelingt, desto authentischer ist das
Jagderlebnis. Die Reiter folgen den Hunden, um deren Sucharbeit
mitzuerleben.
Schleppjagd heute ist Sport und Freizeitvergnügen, aber auch die Pflege
von Traditionen und altem Kulturgut.
Man beachtet die Traditionen und reitet zu Musik-Signalen, die aus der
Hirsch- und der Parforcejagd des Mittelalters stammen. Ein Teil des
Brauchtums ist auch aus der Jagd entlehnt. So erhalten die Teilnehmer
einer Jagd im Anschluss an den Ritt und nach der Belohnung der Hunde vom
Jagdherrn oder seiner Dame einen "Bruch" als Andenken überreicht.
Jedes, auch manches heute unverständlich oder überflüssig erscheinende
Detail, lässt sich aus der Jahrhunderte währenden Geschichte der Jagd
erklären. Der rote Rock ist nicht Angeberei oder Karnevals-Relikt,
sondern diente dazu, die Jagdteilnehmer im Wald oder im Nebel besser
sichtbar zu machen. Das aufwändig gebundene Plastron konnte früher im
Bedarfsfall gleich als Bandage für Verletzungen bei Reiter oder Pferd
genutzt werden. Die "Curee", bei der die Hunde abschließend mit
Rinderpansen belohnt werden, ist keine Fütterung, sondern symbolisiert
den Anteil, den die Hunde bei der Jagd auf lebendes Wild bekamen.
Im letzten Jahr organisierte Eugen Klein, ein ins
Hannoversche versprengter Westfale mit starker Bindung an seine
Heimat,
erstmals eine Schleppjagd hinter einer Hundemeute in seiner Heimat
Brochterbeck und Dörenthe.
Eigentlich sollte diese Jagd auch ein einmaliges
Ereignis sein. Doch die wunderschöne münsterländische Parklandschaft,
die fantastische Gastfreundlichkeit und die ansteckende Begeisterung vor
Ort blieben
nicht ohne Folgen: Es wurde die
"Freistaatliche Schleppjagdbewegung Dast und Drumzu"
gegründet. Nun laden die Brochterbecker alle Freunde der Schleppjagd und
diejenigen, die es noch werden wollen, erneut zum 12.9.2009 herzlich auf
die Dast ein, um dort als Zuschauer oder Reiter das Erlebnis einer
Schleppjagd zu genießen.
Geritten wird hinter 40 bis 50 Hunden der Böhmer Harrier Meute, die von
ihrem Master Thorsten Mönchmeyer geführt werden. Beritten werden die
Wälder an den Hängen des Teutoburger Waldes, ehe es in die verwunschenen
Wiesen und die Parklandschaft des Münsterlandes geht.
Etliche dicke Eichen sind genauso zu überwinden, wie die vielen Gräben
zwischen den Weiden und Feldern. Die Mitglieder der Freistattlichen
Schleppjagdbewegung Dast und Drumzu sind begeisterte Jagdreiter und
hierin erfahren und wissen, worum es geht. Sportlichkeit und Fairness
können also garantiert werden. Man bekennt sich auf der Dast auch zur
Sportlichkeit der Böhmer Harrier Meute und versucht, eine runde Jagd
aufzubauen.
Alle Zuschauer und Reiter sind herzlich willkommen. Diese treffen sich
am 12.9.2009 um 16.00 Uhr zum Stelldichein zur Jagd auf dem Stall
Binnendast, Dast 1, 49545 Tecklenburg Brochterbeck.
Um 16.30 Uhr erfolgt der Abritt und um ca. 18.30 Uhr Halali auf der
Panoramawiese der Dast. Anschließend laden die Veranstalter zum
gemütlichen Zusammensein auf die Dast ein.
Für die Reiter wird ein Kostenbeitrag in Höhe von € 25,00 und für
Jugendliche in Höhe von € 5,00 für die Jagd und das anschließende Essen
erhoben.
Die Reiter teilen sich in drei unterschiedliche Felder ein.
1. Feld = springendes Feld hinter der Meute, ggf. weiteres Jugendfeld
2. Feld = junge, noch Erfahrung sammelnde Pferde oder Reiter mit
ausgesuchten Sprüngen
3. Feld = Reiter, die die Jagd ohne zu springen, beobachten wollen
Jagdkleidung: Jagd-Rock, Reitjacke, feste Kappe. Die Veranstalter
empfehlen das Tragen einer Sicherheitsweste
Jagdzuschauer: Die Jagdzuschauer werden geführt. Hierzu werden sie
gebeten sich in möglichst wenige PKWs in Fahrgemeinschaften zu
verteilen, um den Jagdablauf zu fördern und die Umwelt zu schonen.
Der Dank gilt allen Landeignern und Jagdpächtern für die freundliche
Unterstützung!
Fotohinweise:
Acht Fotos von der letzten Jagd In Brochterbeck (zur freien Verwendung)
Informationshinweise:
http://harrier24.de/jagdvorschauen2009/1staatsjagddesfreistaatesdast.php
Rückfragen:
Jobst-Heinrich Dasmann, mobil: 0170 2955072 oder Eugen Klein mobil: 0172
5134243
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